„Wollten Sie an einem Kulturabend , nach getaner Arbeit -endlich entspannt zurückgelehnt in ihrem abonnierten Sitzplatz - dort dann 30 Mal hintereinander ein und derselben Geschichte lauschen? Ich bitte Sie! Niemand wollte das, selbst wenn der Charme des Vorlesers den eines erfolgreichen Staubsaugervertreters weit übertreffen sollte. Und doch forderte das Winnender Publikum bei der ersten Vorstellung von wort+ton in dieser Saison genau das vom engagierten Bühnenpersonal.
Immer und immer wieder wollten die Zuhörer ihn haben: den Bericht vom ärgerlichen jungen Mann (im vollbesetzten Pariser Mittagsbus) der, mit Hut, langem Hals und falsch montiertem Knopf ausgestattet, seinen Platz nach vermeintlicher Rempelei räumt. Der Text ist eineinhalb Minuten lang, auf keinen Fall nobelpreisverdächtig, eine schlichte Aneinanderreihung von ein paar wenigen Sätzen ohne Spannungsaufbau, ohne humoristische Färbung, er ist keine Liebesgeschichte, kein Psychodrama, keine Gesellschaftskritik.
Die drei fast jungen Herren auf der Bühne amüsierten sich dabei wie Bolle. Der eine ( Frank Stöckle im Dandykäppi) zupfte gelegentlich die Gitarre, flegelte hin und wieder Sätze über die Bühnenrampe die nicht im Manuskript standen, erwies sich als Liebhaber der französischen Chansonlandschaft - und trug ansonsten trefflich diese Geschichte vor. Ein Zweiter ( Michael Speer ) schrie und flüsterte, betörte und jauchzte in Sakko und gepflegten Designerjeans -und trug ansonsten vortrefflich diese Geschichte vor. Ein Dritter (Ulrich Schlumberger)träumte entrückt hinter seiner gefalteten Quetschkommode, entlockte ihr derweilen die zauberhafteste französische Musik – und trug so musikalisch Virtuoses bei zum Themenabend Paris Paris Paris – eine Stadt in 99 Stilen.
Der französische Schriftsteller, Mathematiker und Sprachwissenschaftler Raymond Queneau ( geb 1903), Träger von vielsagenden Literaturpreisen wie „Prix du Tabac“ oder „Prix de L´humour noir“ hat jene banale Begebenheit in einem Pariser Stadtbus vor 50 Jahren in 99 literarische Varianten verpackt. „Exercyses de style“ – Stilübungen - nannte er sein Werk , das Jargons, Versmaße und Erzählstile auf höchstem Niveau parodiert. Aus wenigen Sätzen wurden noch weniger oder viel mehr, aus der Sachlichkeit wurde sprühende Wortspielerei, wahlweise in Alexandrinern, in japanischer Lyrikform, wurde dadaistisches Klangspiel . Sätze wurden antonymisch, also ins Gegenteil verkehrt ( „ein Greis dem der Kopf in den Schultern steckt“), wurden zum Homöoteleuton( „der wohlbestallte Autobus stand an der Halte. Ein junger Balte krawallte, denn der Alte prallte an seine Falte…“) oder zum Distinguo ( Geflechte geschnürt, nicht Geschlechte verführt, Sitzplatz und Blitzsatz …),ein anderes Mal wurden schlicht nur Konsonanten versetzt ( …einen Ann mit lehr hangem Sals….rötzlich pledete dieser nerl einen kachbarn an).
Queneaus Varianten sind höchst komisch, anregend und herrlich verschroben. Und die zwei Sprecher auf der Bühne des Winnender Kunstkellers sahen sich durch sie zu Höchstleistungen angespornt. Ob botanisch oder gastronomisch, ob philosophisch maniriert, subjektiv , bajuwarisch oder einfach nur laut mit Flüstertüte ( Speer: umwerfend farbig, exakt und gekonnt bis ins kleinste lautmalerische Detail, köstlich als Biene Mayas Freund Willi ) )preschten sie durchs Programm als gälte es einen Prix Comic zu erwerben, der im Übrigen für dieses Programm unbedingt verdient wäre. Dabei zeigten beide, über den Wortwitz hinaus, ein geballtes schauspielerisches Können ( großartig: Stöckle als Klappentext lesender Reich- Ranitzki ), das dem hingerissenen Publikum Tränen vor Lachen in die Augen trieb. Als hochprofessionell, seriös und faszinierend sind die die beiden Künstler in Winnenden wohlbekannt. Sie jedoch so kapriziös, so schmierig, lautstark und feinfühlig zu erleben, war eine äußerst charmante Überraschung. Aber mit Solchen wartet die beliebte Winnender Reihe bekanntlich verlässlich auf.“
Ursula Quast in der Waiblinger Kreiszeitung
„Sie könnten das Telefonbuch oder den neuen Koalitionsvertrag vorlesen-und man würde ihnen gebannt zuhören. Michael Speer und Frank Stöckle sind begnadete Sprecher, die ihr Hand-, bzw. Mundwerk an der Stuttgarter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst gelernt haben. Dort haben sie sich wohl auch kennengelernt, doch ihre Zusammenarbeit als Duo ist fast ein Karlsruher Privileg: Speer und Stöckle haben mit gemeinsamen Auftritten grossen Eindruck hinterlassen bei den hiesigen Museumsnächten. Da waren Sie in ihrer Textauswahl noch gebunden an ein Oberthema, bei ihrem Auftritt, mit dem sie das Jahresprogramm im Literaturhaus im Prinz-Max-Palais eröffneten, konnten sie sich frei für ihre Lieblingstexte entscheiden.
Das Telefonbuch und der Koalitionsvertrag waren nicht darunter, dafür aber ein Wiener Gstanzl, die Wehklage eines liebeskranken Säufers, dargeboten im besten Weanerisch von Frank Stöckle zur Gitarre, der bei einem eher unbekannten Song von James Taylor den Eindruck erweckt, der etwas in der Versenkung verschwundene Singer/Songwriter persönlich würde seine Stimme erheben. Auch den Paolo Conte gab der vielstimmige italophile Schwabe und da die Instrumentierung nicht ganz hinreichte, simulierte er zudem stimmlich das Zwischenspiel mit der Trompete.
Der Abend war wie eine Wundertüte, die aber nicht mit billigem Krimskrams angefüllt ist, sondern mit lauter Kostbarkeiten. Michael Speer gab das Schiller-Poem "Das verschleierte Bild zu Sais" gewissermassen zweistimmig, so dass dessen dialogische Struktur hörbar wurde. Bei dem Monolog der Schlange aus Kiplings "Dschungelbuch" bewegte er sich schlängelnd durch den Raum und züngelte den englischen Text so, dass man sich seiner hypnotischen Wirkung nicht entziehen konnte.
In seinem ureigenen Idiom, dem Schwäbischen, erinnerte Stöckle daran, das Thaddäus Troll neben dem berühmten Portrait seiner Landsleute ("Deutschland, deine Schwaben") auch bitterböse Mundartgedichte schrieb, die nicht allen Schwaben gefallen haben dürften.
Kostproben aus seiner eigenen Schreibwerkstatt hatte der in Esslingen lebende Schauspieler, Musiker und Kabarettist auch noch im Gepäck, die vermuten lassen, das er ein legitimer Erbe von Troll sein könnte. Man kam aus dem Staunen nicht heraus an diesem Abend, der viel grösseren Publikumszuspruch verdient gehabt hätte.“
Peter Kohl in den Badischen Neuesten Nachrichten vom 15.1.2010
„Absolute Glücklichmacher für´s Publikum sind Stöckles Versionen von „Girl from Ipanema“, „Die Beine von Dolores“ und (umwerfend) das tragische Stanzerl vom besoffenen Zecher „in der Kellergassn“. Bitte, bitte wiederkommen!“ ( Welzheimer Zeitung über: „Wein, Weib und Katzenjammer“ mit dem Kollegen Michael Speer)
„Stoeckle beweist echtes Fingerspitzengefühl und enormes Geschick beim Arrangieren der bekannten Lieder....Ein hochversierter Musiker, der nicht nur mit Ideenreichtum glänzt, sondern auch die nötige Virtuosität und eine stupende Spieltechnik an den Tag legt“. (Akustik-Gitarre über: „New Christmas Songs“ CD von Frank Stoeckle, Edition Musikat, Stuttgart).
„Fabelhaft gliedert sich die diesjährige Neuerwerbung Frank Stoeckle ein. Der Schauspieler ist ein geborener Kabarettist, der nicht nur singen und tanzen kann, sondern auch mit seinen parodistischen Fähigkeiten glänzt.“ (Stuttgarter Zeitung über:“Traumschiff 2000“ im Renitenztheater Stuttgart)
„...Quant aux chanteurs, il faut souligner la formidable prestation des deux personnages principeaux. Frank Stoeckle (Philip) a fait preuve d´un tres grand talent et d´une profonde musicalité." ( Luxemburger Wort über: „Small Time“. Ein Musical im Staatstheater Luxemburg)
„...erweist er sich als brillianter Komiker, der dank der straffen Regie, niemals Gefahr läuft, ins Unverbindlich-Unterhaltsame abzurutschen.“ (Stuttgarter Nachrichten über: „Nepal“ im Wilhelma-Theater, Stuttgart )
„...in seiner unbedarften Grausamkeit nicht minder überzeugende Frank Stoeckle...“
(Esslinger Zeitung über: „Becket oder die Ehre Gottes“/ Freies Theater Stuttgart in der Martinskirche)
"...tadelloses Laut-und Sprechtheater..."(Stuttgarter Zeitung über:“Des deutschen Spießers Wunderhorn“- im Theaterhaus beim Theaterpreis der Stuttgarter Zeitung)
„...Und dann ist da noch Frank Stoeckle, der nicht nur die musikalische Leitung innehatte, sondern auch den Schattenmann spielte, hinterhältig-freundlich, mit genauen Brüchen in seiner Haltung.“ ( Stuttgarter Zeitung über: „Sebastian Sternenputzer“. Ein Kinderstück im Theater der Altstadt)
„Röhrend und mit einer glänzend persiflierten Keyboardbegleitung läßt Stoeckle, der musikalisch viel zu bieten hat, einen Konstantin Wecker-Verschnitt Durchhalteparolen aus der Sicht der neuen Innerlichkeit trällern..." ( Esslinger Zeitung über: „Was Kabarettisten anrichten“-im Kabarett der Galgenstricke)
„Mit viel Verve, trotz Tempo höchst präzise artikuliert und musikalisch hervorragend“ (Stuttgarter Zeitung über „ForEverBlacks-Ein Abend über Georg Kreisler“ im Wilhelma-Theater Stuttgart.)
“..ist unüberhörbar, dass dieser Frank Stoeckle das stimmliche Zeug zu weit mehr als einem musikalischen Spassvogel hat.“ (Stuttgarter Zeitung über: “ Duo Daktari. Ein Abend mit Pretiosen der Popkultur“ im Merlin, Stuttgart).
„Ein Mann für den kreativen Spagat....“ (Pressetext EHAPA-Verlag zur „Asterix auf Schwäbisch“-CD/ Vertrieb durch Sony-Music)